KI-Inserate: Fluch oder Segen?

KI-Inserate: Fluch oder Segen?

Von „PNG-Fluch“, Zoom-Falle und Co.: Warum KI-generierte Grafiken und Anzeigen in Printprodukten meist zum Scheitern verurteilt sind. Und: Warum KI noch kein Druckprofi ist.

Künstliche Intelligenz (KI) ist heutzutage in aller Munde – in vielen Bereichen bringt sie Erleichterung und Effizienzsteigerung, in anderen Bereichen kann ihre Anwendung allerdings auch zu einem Mehraufwand führen. In diese Kategorie fällt beispielsweise die Erstellung von Print-Anzeigen mittels KI. Warum? Eine kurze Übersicht, warum reine KI-Grafiken und -Anzeigen im Print scheitern:

Der „PNG-Fluch“ und die Auflösung
Das Problem liegt hier am Format: KI-Generatoren liefern fast ausschließlich PNG-Dateien – dieses Format ist jedoch rein pixelbasiert und nur für online gedacht. In weiterer Folge wirken KI-Bilder am Bildschirm zwar hochaufgelöst beziehungsweise „scharf“ – beim Skalieren auf das tatsächliche Anzeigenformat zeigt sich jedoch, dass das Bild bei genauerer Betrachtung verpixelt und „unscharf“ wird. Außerdem gilt: Für ein sauberes Druckergebnis werden mindestens 300 dpi in der tatsächlichen Druckgröße benötigt.

Thema Farbraum: RGB versus CMYK
Wenn es um die farbliche Darstellung geht, arbeiten künstliche Intelligenzen rein digital im sogenannten RGB-Farbraum. Dabei handelt es sich um Lichtfarben für Monitore. Druckmaschinen benötigen allerdings in jedem Fall den CMYK-Farbraum, also physikalische Druckfarben. Die Folge? Bei der automatischen Umwandlung von RGB zu CMYK gehen Leuchtkraft und Brillanz verloren. Das heißt wiederum: Farben, die am Monitor strahlen, wirken im Druck plötzlich stumpf, dunkel oder farblich völlig verändert.

Die „Vierfarb-Schwarz“-Falle und fehlendes Überdrucken
Printtext sollte im Idealfall aus nur einer Farbe bestehen: 100 Prozent Schwarz (K). KI berechnet den Text allerdings als Teil eines Gesamtbildes – und mischt die schwarze Farbe aus allen vier CMYK-Druckfarben (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) zusammen. 
Das Ergebnis: Im Printprodukt verschwimmt die Schrift, wird schwer lesbar, oft entstehen unschöne weiße Ränder um die Buchstaben.

Der Zoom und zu kleine Schriftgrößen
Auch das Thema von zu viel Text auf einer kleinen Fläche sollte hier erwähnt werden: Wenn viel Text auf eine Anzeige passen soll, verkleinert KI die Schrift automatisch auf ein Minimum. Die Problematik hier: Künstliche Intelligenzen haben kein räumliches Bewusstsein für Papierformate – der Text wird einfach so lange verkleinert, bis er in das Format passt.
Im Zoom auf dem Bildschirm ist das gut lesbar, auf dem gedruckten Papier wird diese Schrift allerdings oft so mikroskopisch klein, dass sie für das menschliche Auge unlesbar wird.

Eine Frage der Korrektur
Bei KI-generierten Anzeigen handelt es sich um eine fest verschmolzene Einheit aus Text und Bild. Das heißt: Es gibt keine editierbaren Ebenen. Somit kann das Inserat nicht im Nachhinein einfach korrigiert werden. Fällt nachträglich beispielsweise ein Tippfehler auf, oder es ändert sich eine Telefonnummer, muss das ganze Inserat aufwendig per Photoshop bearbeitet beziehungsweise komplett per KI neu generiert werden. Das wiederum führt allerdings oft zu einem völlig anderen Bild.

Allgemeine Fehlerhaftigkeit
Des Weiteren verstehen KI keine Sprache, sondern ordnen Pixel nach Wahrscheinlichkeiten an. Selbst moderne künstliche Intelligenzen verfälschen daher oft Buchstaben, erzeugen fehlerhafte Worttrennungen oder verändern Logos und Slogans – in der gedruckten Zeitung wirkt das schlussendlich hochgradig unprofessionell.

Abschließend lässt sich festhalten: Ein KI-generiertes Inserat kann zwar als digitaler Alleskönner fungieren, ist aber dennoch kein professioneller Handwerker für den echten Zeitungsdruck. Am Monitor sieht der Entwurf großartig aus, weil Bildschirme mit Licht arbeiten und die Option der Vergrößerung gegeben ist. In der Realität, dem Fall des gedruckten Papieres, gelten jedoch nach wie vor „harte“ physikalische Regeln.

Ein Tipp aus der SN-Grafik-Abteilung
Nutzen Sie Ihre KI-Idee gerne als kreativen Entwurf. Damit das Inserat in der Zeitung schlussendlich auch genau so professionell wirkt, perfekt aufgeteilt und für jeden Leser gut lesbar ist, müssen jedoch Profis ran: Das Grafik-Team der „Salzburger Nachrichten“ übernimmt die fachgerechte Umsetzung sehr gerne – schicken Sie uns einfach Ihre Idee.
Für die Umsetzung Ihrer Idee benötigen wir hochaufgelöste Bilder, Ihr Logo und den dazugehörigen Text (per Word, Pdf, Mail). Wir bauen das Inserat von Grund auf im exakten Anzeigenformat nach. Schriften werden in echter Vektorqualität angelegt, die Textmenge wird auf die Größe des Inserates angepasst, und die Farben werden für den Zeitungsdruck optimiert. Das heißt: Wir bringen Ihre Anzeige sicher, sauber und druckfertig aufs Papier!